Reisevorbereitungen

Im Vergleich zu meinen bisherigen Radtouren erfordert diese Tour deutlich mehr Vorbereitung. Vor ein paar Monaten habe ich bereits angefangen, die Tourenbücher und Karten zu studieren. Außerdem habe ich einen groben Zeit- und Etappenplan aufgestellt. Im Schnitt habe ich mir 120 km pro Tag vorgenommen. Mal sehen, ob ich das durchhalte 😉 .

Vor drei Wochen begann dann die „heiße“ Vorbereitungsphase. Dazu gehörten Impfungen, Visum für Russland beantragen und eine Fahrradinspektion.
An Impfungen wird im osteuropäischen Raum Tollwut und FSME für Trekkingreisen und beim Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten empfohlen. Da das auf mich zutrifft, gehe ich hier natürlich kein Risiko ein. Zum Glück ist die Tollwutimpfung deutlich besser verträglich, als ich befürchtet hatte.
Russland verlangt für die Einreise von EU-Bürgern ein Visum. Da ich zuerst durch Kaliningrad und dann nach St. Petersburg fahren werde, benötige ich eines mit zweimaliger Einreise. Weil von einer Beantragung direkt über die Botschaft abgeraten wird, habe ich eine Reiseagentur beauftragt. Mit http://www.russland-visum.eu/ lief alles reibungslos. Vor zwei Wochen habe ich alle Unterlagen hingeschickt und vorgestern hatte ich meinen Reisepass mit Visum zurück. Genau rechtzeitig vor einer Dienstreise in die USA in einer Woche 🙂 .
Am Fahrrad war überraschend viel zu reparieren. Gut, dass ich mich für eine Durchsicht entschieden hatte. Der Steuersatz, eine Felge und die Kette mussten getauscht werden. Das war nicht gerade günstig, aber besser als eine große Panne unterwegs in der Pampa 😉 .

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Jetzt sind nur noch kleinere Vorbereitungen notwendig. Digitales Kartenmaterial auf Tablet und GPS-Gerät einspielen, ein wenig „Kleinkram“ kaufen und dann noch Fahrradtaschen packen.

Fahrradtaschen packen

In sechs Tagen ist es so weit: meine Radreise geht los 🙂 . In den letzen Wochen hatte ich immer mal wieder Zweifel, ob nicht doch alles eine Nummer zu groß für mich ist. Noch dazu wurde ich letzte Woche vom Jetlag meiner Dienstreise in die USA  und einer leichten Erkältung geplagt 😕 .

Doch vor ein paar Tagen habe ich mit dem Packen begonnen und da wurde die Vorfreude immer größer 🙂 . Im Großen und Ganzen ist meine Ausrüstung ziemlich komplett und perfekt. Es ist aber immer wieder erstaunlich, wie lange es dauert alles zu finden und einzupacken. Hier könnt ihr sehen, womit ich die nächsten Wochen auskommen werde. Alles ist auf vier Fahrradtaschen und eine Lenkertasche verteilt.

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Für die Route und die Tage nach St. Petersburg habe ich mir inzwischen verschiedene Optionen überlegt. Ganz wie ich dann noch Zeit und Lust habe. Seid gespannt, ich bin es selbst 🙂 .

Tourauftakt

Nach der langen Vorbereitung ging es heute endlich los 🙂 . Auf der ersten Etappe nach Küstrin hatte ich Begleitung von meiner Kollegin Triin. Insgesamt waren es 121 km über Erkner und durch das schöne Oderbruch. Nun bin ich auf einem Fischereihof angekommen und jetzt steht noch ein Crashkurs polnisch auf dem Programm.

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Erste Grenzerfahrung

Nein, zum Glück war es noch nicht die Grenze der Komfortzone, die ich heute überquert habe. Sondern die Grenze nach Polen. Sonntag morgen um acht war hier noch nix los. Keine Grenzkontrollen, wie berichtet.

Von Kostrzyn ging es durch viele kleine Dörfer, die auf den ersten Blick alle sehr trostlos aussahen. Doch auf den zweiten Blick war die Verpflegungslage deutlich besser als an einem Sonntag in Brandenburg. Dank kleiner „Sklep“-Läden konnte ich mir immer mal einen kleinen Snack oder etwas zu trinken holen 🙂 . Insgesamt war die Wegführung, Ausschilderung und Wegbeschaffenheit sehr gut.

Nach 111 km bin ich auf einem Campingplatz in Pszczew angekommen. Meine Zeltstelle ist eher dürftig, aber windgeschützt. Heute Nacht kommt vielleicht noch ein Gewitter…

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Glück mit dem Wetter

Die Nacht brachte Regen, aber kein Gewitter. Als morgens um sechs ein weiterer Schauer runterkam, sah ich mich schon im Regen das Zelt abbauen. Doch der Regen hörte auf und pünktlich zum Aufbruch kam sogar die Sonne raus 🙂 .

Nach einer schönen, vom Reiseführer vorgeschlagen Wegalternative zum offiziellen Weg folgte ein knapp 30 km langes Stück entlang einer Landstraße. Das war ziemlich eintönig, doch danach wurde der Weg wieder abwechslungsreicher. Neben einem kleinen Shop hat hier übrigens fast jeder kleine Ort eine sehr schöne Kirche.

Gegen 17:30 und 114 km im Sattel stellte sich die Frage: Weiterfahren oder den Zeltplatz 3,5 km abseits der Strecke aufsuchen? Ich entschied mich für den Zeltplatz. Dort angekommen fand ich ein scheinbar verlassenes Haus vor. Auf einem Schild stand auf polnisch „Haus zu verkaufen“ 😮 . Auf dem Hinterhof traf ich jemanden an. Wie sich herausstellte, gab es hier doch einen Zeltplatz. Puh, da war ich sehr erleichtert.

Jetzt steht mein Zelt fast am See zwischen ein paar Bungalows. Und gerade hat mir ein freundlicher Herr ein paar belegte Brote gebracht 😀 . Die werde ich nach zwei Portionen Chili sin carne wohl auch noch verdrücken…

Posted from Straduń, Greater Poland Voivodeship, Poland.

Droga?

Wieder etwas polnisch gelernt: Wenn mich jemand mit „Droga?“ anspricht, will er mir keine bewusstseinserweiternden Substanzen anbieten (oder ist auf der Suche nach solchen), sondern fragt nach dem Weg. Nach meinem Weg, um genau zu sein. Hier macht sich die Übersichtskarte vom Europaradweg sehr gut und erzeugt erstaunte Gesichter. Ehrlich gesagt auch bei mir, in Anbetracht was noch an Strecke vor mir liegt.

Auf der heutigen Etappe gab es wenig Spannendes. Außer, dass ich mich wohl verfahren haben muss. Ich bin nämlich durch Bagdad gefahren…

Auf den letzten dreißig Kilometern setzte zunehmender Regen ein. Glücklicherweise hatte ich bereits gestern telefonisch ein festes Quartier in Mrocza reserviert. Die Aussicht auf ein trockenes Bett motivierten mich auf dem letzten Stück. Dennoch habe ich die letzten zehn Kilometer verzweifelt runtergezählt. Insgesamt waren es heute 121 km.

Zum Abendessen holte ich mir Pierogi (gefüllte Teigtaschen). Mit Käse wurde mir versichert. Die hab ich mir schön mit Gemüsebrühe aufgekocht. Nur leider sind sie mit süßem Quark gefüllt. Kulinarische Missverständnisse – was soll’s, macht trotzdem satt 🙂 .

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Agrotourismus

Auf der Strecke gab es heute nichts besonderes. Durch eine Abkürzung habe ich 24 km eingespart, sodass ich „nur“ 86 km zurückgelegt habe. Mein Hintern und meine Beine werden es mir danken 😉 .

Die Nacht verbringe ich im Zelt auf einer sogenannten Agrotourismusstation. Diese Übernachtungsmöglichkeit ist in Polen weitverbreitet und soetwas wie „Urlaub auf dem Bauernhof“. Hier habe ich den ersten Radler Richtung St. Petersburg getroffen 🙂 .

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Entlang der Weichsel

Ein Großteil des Weges verlief heute entlang der Weichsel. Mit einem leichten Gefälle und Rückenwind machten sich die ersten 90 Kilometer gar nicht bemerkbar. Die letzten dann aber um so mehr 😉 . So wurden es insgesamt 167 km bis nach Elblag.

Hier habe ich einen Radler aus Schweden getroffen. Er ist allerdings auf einer anderen Route unterwegs. Spontan teilen wir uns ein Zimmer in einer Pension.

Je längerdie Strecke, je kürzer der Beitrag. In diesem Sinne gute Nacht.

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Letzter Tag in Polen

Die Etappe von gestern saß mir noch in den Beinen, es warteten ein paar Höhenmeter auf mich und der Wetterbericht kündigte ordentlich Regen an. Drei Gründe, es heute ruhig angehen zu lassen. Mein Tagesziel war das 51 km entfernte Braniewo. Von hier sind es nur 7 km bis zur Grenze des Kaliningrader Gebiets.

Aufgrund der Wetterlage entschieden ich mich erneut für ein Hotel. Gerade zieht ein Gewitter vorbei und ich bin sehr froh, im Trockenen zu sitzen 🙂 . Für morgen ist die Grenzüberquerung in die russische Enklave geplant. Ich muss zugeben, dass ich sehr aufgeregt bin.

Hm, nach meiner Aussage von gestern müsste der Beitrag heute deutlich länger ausfallen 😉 . Allerdings kommt zur Aufregung auf morgen noch eine allgemeine Erschöpfung hinzu. Morgen gibt es bestimmt mehr zu berichten…

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